"Ein Ort, an dem sich Ritualzuschauer und Fernsehkritiker auf einen kurzen Absacker treffen können"

11. Februar 2011

Super Nanny Katharina Saalfrank guckt Tatort ohne ihre Kinder

RTL-Pädagogin Katharina Saalfrank (Die Super Nanny) hat sich als Fan des ARD-Tatorts geoutet – ihre vier Kinder (11-17 Jahre alt) allerdings lässt sie die Krimireihe meistens jedoch nicht sehen.

In der WebTV-Serie Das Wort zum Mord, in dem Prominente die jeweils aktuelle Tatort-Folge kommentieren, sagt sie: „Im Tatort geht es oft um sehr schreckliche Sachen – abgeschnittene Finger, dann kommen Leichen, die da herum liegen. Solche Themen kann man am Sonntagabend nicht unbedingt mit den Kindern diskutieren.“ Jeder müsse für sich entscheiden, wie er damit umgehe, sie selbst jedoch sei diesbezüglich konservativ. Eine Ausnahme sei der Münster-Tatort mit Jan-Josef Liefers.

In der WebTV-Serie kommen außerdem Tatort-Erfinder Gunther Witte, inzwischen 75 Jahre alt, und der Bremer Tatort-Kommissar Oliver Mommsen zu Wort.

Witte kommentiert die Pläne des WDR, eine dritte Tatort-Produktion im Ruhrgebiet anzusiedeln: „Es wäre falsch, Schimanski nachahmen zu wollen, das würde nicht funktionieren.“ Stattdessen empfiehlt Witte, einen neuen Ansatz zu suchen, der die Veränderungen des Ruhrgebiets in ökonomischer sowie kultureller Hinsicht aufgreife. Laut Witte gehe dies nur mit gänzlich neuen Figuren und Gesichtern.

Mommsen, mittlerweile seit zehn Jahren Tatort-Ermittler, lobt die Tatort-Reihe in Bezug auf neue Darsteller wie Ulrich Tukur für ihre positive Entwicklung in den letzten Jahren. Der Schauspieler äußert jedoch auch Kritik: „Einzelnen Tatort-Produktionen hat man in der letzten Zeit angesehen, dass sie zu wenig Geld hatten. Spannende Bilder zu machen, kostet einfach Geld.“ Der Status Quo sei, dass in einigen Tatorten aus Budget-Gründen immer wieder sinnlose Autofahrten oder unnötige Landschaftsaufnahmen gedreht werden müssten.

In der WebTV-Serie Das Wort zum Mord kommentieren seit Februar 2011 Prominente und Experten jede Erstausstrahlung der ARD-Krimireihe Tatort. Die Serie wird im Internet unter www.daswortzummord.de veröffentlicht.

Rückfragen: Tobias Goltz, Projektleitung (E-Mail: tobias.goltz_at.xiit.de)
Verwendung unter Nennung der Quelle frei.

TATORT: Vergeltung
Die Story

In Vergeltung wird Moritz Eisner mit dem Thema Jugendgewalt konfrontiert. Ein Serientäter tötet rechtskräftig, verurteilte jugendliche Gewalttäter.

Vieles deutet auf das Motive Rache aus dem Umfeld eines damaligen Opfers hin und eine erste Spur führt zu der therapeutischen Einrichtung „Pro Youth“, die sich auf die Resozialisierung Jugendlicher spezialisiert hat.

Die Ermittler

Seit 1998 ermittelt Harald Krassnitzer nun schon als Chefinspektor Moritz Eisner. Er gilt als Spezialist und wird deswegen von Wien als Leiter von Sonderkommissionen zur Lösung kniffliger Fälle in die Bundesländer geschickt.

In Vergeltung unterstützt ihn Bibi Fellner (Adele Neuhauser), die Eisner von der Sittenpolizei kennt und das eine oder andere eigene Problem mitbringt…

Die Fakten

Vergeltung ist der mittlerweile 24. Fall für Chefinspektor Moritz Eisner.

Neben Harald Krassnitzer und adele Neuhauser spielen in diesem Tatort u.a. Harald Schrott, Aglaia Szyszkowitz, Tanja Raunig (als Eisners Tochter Claudia) und Hubert Kramar (als Eisners Chef Ernst Rauter).

Inszeniert wurde dieser Tatort von Wolfgang Murnberger. Das Drehbuch stammt von Uli Brée.

Produziert wurde Vergeltung von der Allegro Film zwischen dem 25. Mai und dem 24. Juni 2010 in Wien und Niederösterreich.

Mehr Infos gibt es auf DasErste.de

Unsere «Experten»

Jo Groebel, Medienpsychologe und Chef des Deutschen Digital Instituts, schreibt Bücher zum Thema Gewalt in den Medien.

Die vorherige Folge

In der letzten Folge von So, 27.02, kommentierten der CDU-Politiker Wolfgang Bosbach, die Rechtsanwältin Seyran Ates und Doris J. Heinze – die ehemalige NDR-Fernsehspielchefin – den Hamburger-Tatort: Leben gegen Leben mit Mehmet Kortulus...
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