"Ein Ort, an dem sich Ritualzuschauer und Fernsehkritiker auf einen kurzen Absacker treffen können"

18. Februar 2011

Ex-Ministerin Ulla Schmidt bemängelt Qualität des Tatorts

Auch Oliver Rohrbeck und Hajo Schumacher kommentieren neuen Leipzig-Tatort im Internet

Ulla Schmidt, ehemalige SPD-Bundesgesundheitsministerin, hat sich über den ARD-Tatort geäußert. Es habe in der letzten Zeit Produktionen gegeben, in denen es nur darum gegangen sei, mit lauter Musik und uninspirierten Bilder Minuten zu füllen.

„Das nimmt dem Tatort ein Stück weit die Qualität“, sagte Schmidt in einem Interview für die WebTV-Serie Das Wort zum Mord, in der Prominente die aktuelle Tatort- Folge kommentieren.

In der neuesten Ausgabe der WebTV-Serie, die am Sonntagabend in Anschluss an den MDR-Tatort: Rendezvous mit dem Tod ab 21.45 Uhr im Internet unter www.daswortzummord.de zu sehen ist, kommen auch Hörspielsprecher Oliver Rohrbeck (Die drei Fragezeichen) und der Publizist Hajo Schumacher zu Wort.

Schumacher kommentiert darin die Auseinandersetzung in Bezug auf den Tatort- Vorspann zwischen der ARD und einer Grafikerin, die vor Gericht erfolglos für eine Nachvergütung gestritten hatte. „Es ist ja nicht so, dass die ARD arm ist, daher hätte es eine Lösung geben können, die für beide Seiten gesichtswahrend hätte sein können. Andererseits: jetzt nach 40 Jahren zu kommen und zu sagen: Ich hätte gern noch mal ne Mark, ist auch nicht wirklich elegant“, so Schumacher wörtlich. Der Tatort sei zudem nach wie vor ein Stück deutscher Wertearbeit. Daran, dass die Schweizer aus Qualitätsgründen eine Folge zurückgezogen hätten, sehe man, dass die Latte ganz schön hoch hänge.

Oliver Rohrbeck, der seit 32 Jahren den Hörspieldetektiv Justus Jonas in der Drei Fragezeichen-Reihe spricht, zieht in der WebTV-Serie einen Vergleich zwischen TV- und Hörspielermittlern: „Den Tatort- Kommissaren wird erlaubt viel logischer zu denken als dass bei den Drei Fragezeichen der Fall ist. Justus Jonas macht manchmal alles mit seinem Intellekt – er ist ein Wunderkind“, so Rohrbeck. Die deutsche Polizei hingegen werde sich hingegen nie auf Wunderkinder verlassen können.

Die WebTV-Serie Das Wort zum Mord wird seit dem 13. Februar immer sonntags in Anschluss an eine Tatort- Erstausstrahlung veröffentlicht. Auch Bestseller-Autor Frank Schätzing, der Politiker Wolfgang Bosbach (CDU) und Ex-Talkmaster Jürgen Fliege werden in nächster Zeit eine Tatort- Erstausstrahlung für das Web-Format kommentieren.

Rückfragen: Tobias Goltz, Projektleitung (E-Mail: tobias.goltz_at.xiit.de)
Verwendung unter Nennung der Quelle frei.

TATORT: Vergeltung
Die Story

In Vergeltung wird Moritz Eisner mit dem Thema Jugendgewalt konfrontiert. Ein Serientäter tötet rechtskräftig, verurteilte jugendliche Gewalttäter.

Vieles deutet auf das Motive Rache aus dem Umfeld eines damaligen Opfers hin und eine erste Spur führt zu der therapeutischen Einrichtung „Pro Youth“, die sich auf die Resozialisierung Jugendlicher spezialisiert hat.

Die Ermittler

Seit 1998 ermittelt Harald Krassnitzer nun schon als Chefinspektor Moritz Eisner. Er gilt als Spezialist und wird deswegen von Wien als Leiter von Sonderkommissionen zur Lösung kniffliger Fälle in die Bundesländer geschickt.

In Vergeltung unterstützt ihn Bibi Fellner (Adele Neuhauser), die Eisner von der Sittenpolizei kennt und das eine oder andere eigene Problem mitbringt…

Die Fakten

Vergeltung ist der mittlerweile 24. Fall für Chefinspektor Moritz Eisner.

Neben Harald Krassnitzer und adele Neuhauser spielen in diesem Tatort u.a. Harald Schrott, Aglaia Szyszkowitz, Tanja Raunig (als Eisners Tochter Claudia) und Hubert Kramar (als Eisners Chef Ernst Rauter).

Inszeniert wurde dieser Tatort von Wolfgang Murnberger. Das Drehbuch stammt von Uli Brée.

Produziert wurde Vergeltung von der Allegro Film zwischen dem 25. Mai und dem 24. Juni 2010 in Wien und Niederösterreich.

Mehr Infos gibt es auf DasErste.de

Unsere «Experten»

Jo Groebel, Medienpsychologe und Chef des Deutschen Digital Instituts, schreibt Bücher zum Thema Gewalt in den Medien.

Die vorherige Folge

In der letzten Folge von So, 27.02, kommentierten der CDU-Politiker Wolfgang Bosbach, die Rechtsanwältin Seyran Ates und Doris J. Heinze – die ehemalige NDR-Fernsehspielchefin – den Hamburger-Tatort: Leben gegen Leben mit Mehmet Kortulus...
zum Video

Mit Freunden teilen