"Ein Ort, an dem sich Ritualzuschauer und Fernsehkritiker auf einen kurzen Absacker treffen können"

Frank Schätzing EXTRA

Bestseller-Autor Frank Schätzing erreichte große Popularität durch seinen Roman Der Schwarm. Als wir ihn in Köln zum Interview trafen, outete er sich zudem als großer Tatort-Fan.

In unserem Extra spricht er über die Frage, was der Tatort in Zukunft noch besser machen könnte. Schätzing meint: „Man sollte sich mehr trauen – dazu muss man aber vielleicht auch ein paar Euro mehr in die Hand nehmen. Verfolgungsjagden leben nun mal von Tricks, die müssen gut inszeniert werden. An der Action wird aber rigoros gespart.“

Der Tatort sei vor einiger Zeit aus Schätzings Sicht „komplett entgleist“. „Das war als Margaretha von Trotta ihn inszeniert hat. Da wurde dieses deutsche Gutmenschentum, dieses 24-Stunden-um-die-Uhr-Betroffensein, auf die Spitze getrieben. Es war nur noch ein Abarbeiten persönlicher Betroffenheit der Regisseurin, was voll und ganz zu Lasten der Handlung ging. Daraufhin ist das Team Batic/Leitmayr hingegangen und hat einen Anti-Tatort dagegen gesetzt, in dem es richtig krachte. Es war ein richtiger klasse Fall mit hohem Tempo, ein richtig guter Thriller. Das sollte Vorbild sein für die neue Generation von Tatorten“, erklärt Schätzing.


Das Wort zum Mord

Im November 2010 feierte der ARD-Krimiklassiker Tatort seinen 40. Geburtstag und ist nach wie vor die beliebteste deutsche Krimireihe. Aktuell gehen 17 Ermittlerteams in Deutschland, Österreich und der Schweiz auf Mördersuche und begeistern die Zuschauer auf vielfältige Weise.

Für die zahlreichen Tatort-Fans geht es nun sonntagabends nach dem Tatort im Netz weiter: In unserer neuen WebTV-Serie Das Wort zum Mord kommentieren drei Prominente und Experten (z.B. beteiligte Darsteller, Publizisten oder echte Kommissare) jede Erstausstrahlung. Darüber hinaus nehmen sie Stellung zu eigenen Tatort-Erfahrungen und aktuellen Kontroversen rund um die Reihe.

Die WebTV-Serie wird seit dem 13. Februar sonntagabends ab 21:45 Uhr direkt im Anschluss an den Tatort in diesem Portal veröffentlicht. In der ersten Folge besprachen Tatort-Kommissar Oliver Mommsen, Tatort-Erfinder Gunther Witte und Die Super Nanny Katharina Saalfrank den neuen Bremer Tatort: Stille Wasser.

Bild 1: © WDR

TATORT: Mord in der ersten Liga
Die Story

Nach einer wichtigen Partie wird der Profifußballer Kevin Faber tot am Ufer eines Sees aufgefunden – erschlagen. Eine Tat im Affekt oder ein geplanter Mord? Charlotte Lindholm ist erschüttert: Nur wenige Stunden vor seinem Tod hatte Faber ihrem Sohn David im Stadion ein Autogramm gegeben.

Schon bald verfolgt die Kommissarin mehrere Spuren: Hatte Faber mit einem kritischen Interview seine Fans vor den Kopf gestoßen, war der Mord eine Abrechnung von Hooligans? Welche Rolle spielt Fabers Kollege und engster Freund Ben Nembrook – war Nembrook eifersüchtig auf seinen erfolgreichen Freund, der eine Karriere in der Fußball-Nationalmannschaft vor sich hatte? Und wie sah das Privatleben Fabers aus, lebte er glücklich mit seiner Frau zusammen? Oder sind die Indizien stimmig, die auf ein homosexuelles Doppelleben hindeuten?

Die Ermittler

Charlotte Lindholm, „die kühle Blonde“, wie sie oft auch genannt wird, ist als Ermittlerin für das Landeskriminalamt in Hannover tätig. Ihre Biographie bescherte ihr im Tatort bereits einen Liebhaber (Hannes Jaenicke), der sich mehrere Folgen halten konnte, dann jedoch einen tragischen Tod starb. Mittlerweile ist Lindholm Mutter, ihr langjähriger Mitbewohner Martin hat sie jedoch verlassen – dem Darsteller Ingo Naujoks war die Rolle irgendwann zu langweilig. Die Tatorte mit der von Maria Furtwängler gespielten Ermittlerin erzielen neben den Münster-Tatorten regelmäßig die höchsten Einschaltquoten.

Die Fakten

Mord in der ersten Liga ist der 18. Fall für die Hannoveraner LKA-Ermittlerin Charlotte Lindholm.

Neben Maria Furtwängler sind in diesem Tatort Benjamin Sadler (Jan Liebermann), Alexander Held (Leo Biller), Fritz Roth (Paul Näter), Luk Pfaff (Ben Nembrook) und Stephan Waak (Kevin Faber) zu sehen.

Regisseur dieses Films ist Nils Willbrandt, der auch den letzten Tatort mit Mehmet Kurtulus (Leben gegen Leben) inszenierte.

Geschrieben hat den Tatort Harald Göckeritz (u.a. Tatort: Leyla (2003) und Tatort: Kleine Diebe (2001). Göckeritz recherchierte im Fußballer-Milieu und kennt laut eigener Aussage mehrere homosexuelle Profifußballer.

Produziert wurde dieser Tatort von der Cinecentrum Hannover Film- und Fernsehproduktion GmbH im Auftrag des NDR vom 9. November bis 9. Dezember 2010 in Hannover.

Es wurde auch während eines Bundesligaspiels von Hannover 96 gedreht (am 20. November 2010, beim Spiel gegen den Hamburger SV)

Die Dreharbeiten bei Hannover 96 begannen fast genau ein Jahr nach dem Suizid von Torhüter Robert Enke im November 2009.

Mehr Infos gibt es auf DasErste.de

Unsere «Experten»

Bis Februar 2010 war Margot Käßmann Vorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland. Auch für ist der Tatort am Sonntagabend ein Ritual.

Die aktuelle Folge


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